Neonazis mobilisieren zum "Antikriegstag"
Werbebanner zum Herunterladen, Audiobeiträge zum Anhören, Sprühschablonen für Graffiti-Aktionen: Die Online-Mobilisierung zum diesjährigen "Nationalen Antikriegstag" in Dortmund läuft auf Hochtouren und die rechtsextreme Szene versucht mit allen Mitteln, möglichst viele junge Menschen zu aktivieren.
Vermeintlich friedfertig: Kampf gegen Demokratie und Gleichheit
Der pazifistisch anmutende Name "Antikriegstag" verschleiert das eigentliche Motiv des jährlichen rechtsextremen Aufmarsches: geschichtsklitternde Propaganda, mit der die deutsche Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geleugnet wird. Von jeher streiten Neonazis ab, dass der deutsche Einmarsch in Polen am 1. September 1939 Auslöser des weltweiten Krieges war.
Die vermeintliche Friedfertigkeit dieser Aktion ist letztlich nur eine Fassade, denn Neonazis agieren mit klarem Feindbild. Sie widmen ihre Propaganda dem Kampf gegen Kapitalismus und Globalisierung. Und sie machen Stimmung gegen eine angebliche Kriegstreiberei der USA, die gesteuert werde von jüdischen Finanzinteressen. Immer wieder ist die Rede von einem "USraelischen" Weltmachtsmonopol oder im Zusammenhang mit den NS-Verbrechen von einem "hysterisch betriebenen Schuldkult", aus dem vor allem "die Juden Profit schlagen" würden.
Neuste Infos per Mausklick: Musik, Videos und Flyer
Die Mobilisierung zum Antikriegstag im Netz geschieht vielfältig: Videos, Flyer und Audio-Jingles werden über ein Netz an rechtsextremen Websites verbreitet und auch über allgemeine Web 2.0-Plattformen wird zu Aktionen aufgerufen. Im Internet kursieren unzählige Video- oder Bildbeiträge, die zeigen, wie sich jeder auf der Straße für "die nationale Sache" engagieren kann.
Die Taktik der breiten und multimedialen Mobilisierung über das Internet zu Szeneterminen und Kampagnen wird mittlerweile vor allem von Gruppierungen wie den Autonomen Nationalisten angewendet, um neue Anhänger zu ködern.
Mehr zur Mobilisierung von Neonazis im Internet: Kampagnen




