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Online-Aktivitäten der NPD

Die NPD nutzte in der Vergangenheit ihre Internetauftritte immer wieder dazu, Jugendliche anzusprechen. Derzeit dokumentiert jugendschutz.net 225 Web-Angebote von NPD-Verbänden bzw. von Gruppierungen und Einzelpersonen mit Bezug zur NPD aus dem gesamten Bundesgebiet.

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Insbesondere das Web 2.0 spielt inzwischen eine große Rolle. Die NPD stellt Spots zu Landtags- oder Bundestagswahlen sowie Videos zu zentralen Veranstaltungen auf Plattformen ein und betreibt eigene Videokanäle zur Verbreitung ihrer Botschaften. Über soziale Netzwerke wie Facebook versucht die rechtsextreme Partei, potenzielle Mitstreiter zu gewinnen. Knapp 8.000 Facebook-Usern "gefällt" derzeit das NPD-Partei-Profil, darunter Parteikader und Mitglieder neonazistischer Kameradschaften. Und auch der Microblog-Dienst Twitter wird als Propaganda- und Vernetzungsmedium genutzt.

Gezielte Ansprache von Jugendlichen

Auch die NPD bewirbt eine jugendliche Zielgruppe. So bieten zum Beispiel die Jungen Nationaldemokraten (JN) den Jugendcomic "Der große Kampf. Enten gegen Hühner" zum Download an. Dort werden fremdenfeindliche Thesen verbreitet. Die gedruckte Version wurde laut eigenen Angaben bislang in einer Auflagenhöhe von mehreren 10.000 Exemplaren publiziert, die teilweise Aktivisten aus dem neonazistischen Kameradschaftsspektrum an Heranwachsende verteilten. Der Online-Materialversand der JN, genannt "Frontdienst", verbreitet Plakate, Flyer und Aufkleber, die sich speziell an junge Menschen wenden. Die Website ist bundesweit auf NPD-Angeboten verlinkt.

Mit ihren so genannten "Schulhof-CDs" versucht die NPD nach wie vor, Jugendlichen rechtsextremes Gedankengut nahe zu bringen. Zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 erschien unter dem Titel „BRD vs. Deutschland“ eine neue Version, und noch bevor die CD verteilt und über die Website der NPD direkt zugänglich wurde, publizierte der NPD-Bundesverband einen Downloadlink über sein Twitter-Profil.

Recherchebericht:
PDF Die NPD im Netz: Mit Multimedia und Web-2.0 Jugendliche ködern (April 2011, 300 KB, 3 Seiten)

In Hessen bewirbt die NPD auf ihrer Internetseite ein Jugendhilfeangebot, das Unterstützung bei der Lehrstellensuche bietet und auch bei privaten oder schulischen Problemen. Immer wieder finden sich auf Websites Bezüge zu Kameradschaften und Autonomen Nationalisten. Diese Gruppen sind wegen ihrer Verknüpfung von erlebniskulturellen Angeboten mit neonazistischen Botschaften besonders jugendschutzrelevant.

Rassistische und geschichtsfälschende Inhalte

Auf NPD-Angeboten ist rassistische und demokratiefeindliche Hetze zu finden. Entsprechende Parolen setzen an Zukunftsängsten an, Menschen anderer Herkunft werden pauschal für soziale Probleme verantwortlich gemacht und verunglimpft. Parallel wird im Sinne eines übersteigerten Nationalismus eine nationale Identität propagiert, die es vor fremden Einflüssen zu schützen gelte. Auch volksverhetzende antiziganistische Inhalte wurden festgestellt.

Geschichtsklitternde Beiträge über die Zeit des Nationalsozialismus unterstreichen die neonazistische Ausrichtung. jugendschutz.net sichtete NPD-Websites, auf denen der Holocaust geleugnet oder Führungsfiguren des Nationalsozialismus wie Rudolf Heß verherrlicht werden. Solche gezielten Falschinformationen vermitteln ein Geschichtsbild fern historischer Tatsachen und prägen menschenverachtende Wertvorstellungen.

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