Meldestellen auf Hassinhalte hinweisen
Per Beschwerdeformular nimmt jugendschutz.net Hinweise auf unzulässige rechtsextreme Inhalte im Netz entgegen. Das jugendschutz.net-Team sichtet und bewertet die Angebote und prüft mögliche Vorgehensweisen. Die Hinweisgeber erhalten, wenn sie eine Kontaktadresse angegeben haben, eine qualifizierte Rückmeldung, was es mit den jeweiligen Fällen auf sich hat. In 80 Prozent gelingt es, die unzulässigen Inhalte über einen Kontakt zum deutschen oder ausländischen Provider löschen zu lassen. Wer auf fremdsprachige Hassinhalte stößt, kann sich an das International Network Against Cyber Hate wenden (INACH). Meldestellen aus 18 Ländern sind an diesem Netzwerk beteiligt und gehen auch gemeinsam gegen große, internationale Neonaziplattformen vor.
Beiträge in Gästebüchern und Foren
Die interaktiven Bereiche auf Websites oder in Communitys bieten Ansatzpunkte für Widerspruch und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit rechtsextremen Argumenten und Parolen. Neonazis stoßen nicht selten in Foren, Gästebüchern und Chats Diskussionen über sozialpolitische Themen oder den Nationalsozialismus an. Dabei geht es ihnen jedoch nicht um einen konstruktiven Austausch, sondern sie schüren den Hass auf Minderheiten und verbreiten geschichtsklitternde Thesen. Hier gilt es, etwas entgegenzusetzen und die rechtsextreme Propaganda mit Fakten als falsch und verunglimpfend zu entlarven. Gleichzeitig signalisiert jede Gegenrede: Neonazis sind hier nicht geduldet!
Betreibern Missbrauch melden
Auch Provider und Betreiber sozialer Netzwerke nehmen Hinweise auf rechtsextreme Beiträge und User entgegen. Bei den meisten können strafbare Inhalte oder Verstöße gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) per E-Mail oder Kontaktformular gemeldet werden. Meist reagieren die Dienste mit einer Löschung der unzulässigen Inhalte oder der betreffenden Nutzeraccounts. Doch Vorsicht: In der Szene existieren so genannte Neonaziprovider, die auf eine Beschwerde nicht reagieren. Vor der Kontaktaufnahme sollte in jedem Fall geprüft werden, mit wem man es zu tun hat. In den AGB eines Dienstes kann und sollte man sich sorgfältig über das Beschwerdeverfahren informieren.
Webbanner für Toleranz und Demokratie
Ein einfacher und öffentlich sichtbarer Weg, Stellung für Toleranz und Demokratie zu beziehen, ist das Verwenden von Webbannern auf eigenen Websites, Profilen in Communitys oder Kanälen auf Videoplattformen. Hierdurch wird jedem Besucher auf den ersten Blick deutlich: Hass und Intoleranz werden hier nicht akzeptiert. Viele Internetcommunitys haben in ihre Portale bereits antirassistische Banner integriert. Darüber hinaus befinden sich im Netz viele Variationen zum Download. Möglich ist auch, eigene Bannerversionen zu gestalten – der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Mit Webprojekten gegen Neonazis im Netz
Das Web 2.0 macht's möglich: Jede und jeder kann heute mit einfachen Mittel einen Weblog betreiben oder selbst gedrehte Videoclips ins Netz stellen. Dies kann auch genutzt werden, um Angebote gegen Rassismus und Diskriminierung zu gestalten: Eigene Spots gegen Rechtsextremismus auf Videoplattformen wie YouTube veröffentlichen, mit Profilen auf Facebook, schuelerVZ und Co. Statements gegen Hass und Diskriminierung abgeben, eine kleine Website erstellen und über Neonazis im Netz, die Zeit des Nationalsozialismus oder eigene Aktionen informieren.




